Der Digitale Produktpass kommt schrittweise. Für Unternehmen ist jetzt der richtige Zeitpunkt zu prüfen, ob Artikel-, Varianten-, Material- und Fertigungsinformationen so strukturiert sind, dass sie künftig durchgängig genutzt werden können.

Der Digitale Produktpass wird Realität

Der Digitale Produktpass (DPP) ist ein zentrales Element der europäischen Ökodesign-Verordnung. Er soll relevante Produktinformationen digital verfügbar machen und damit Transparenz, Kreislaufwirtschaft und die Einhaltung regulatorischer Anforderungen unterstützen. Seit dem 20. Juli 2026 ist das DPP-Register der Europäischen Kommission zusammen mit einer Testumgebung in Betrieb.

Wichtig: Es gibt keine pauschale DPP-Pflicht ab 2026 für jedes Produkt. Die konkreten Anforderungen werden schrittweise für Produktgruppen festgelegt. Unternehmen sollten deshalb jetzt ihre Datenbasis vorbereiten, statt auf den letzten verbindlichen Termin ihrer Produktgruppe zu warten.

Warum das ein ERP-Thema ist

Ein Produktpass braucht Daten. Viele davon entstehen bereits dort, wo Unternehmen heute ihre Produkte planen, verkaufen und fertigen: im ERP. Artikelstammdaten, Materialien, Varianten, Stücklisten, Chargen, Seriennummern, Lieferanten- und Fertigungsinformationen können künftig Bausteine einer durchgängigen Produktinformation sein.

ArtikelVariantenMaterial / StücklisteFertigungDPP-Daten

Besonders relevant bei Variantenprodukten

Bei einem Standardartikel ist die Datenlage meist überschaubar. Bei konfigurierbaren Produkten entsteht die tatsächliche Produktausprägung dagegen erst durch Merkmale, Regeln und gewählte Optionen. Genau hier wird eine saubere Verbindung zwischen Produktwissen, ERP und Fertigungsstruktur wertvoll. Intelli-Variants kann Produktkonfiguration und regelbasiertes Produktwissen mit eEvolution-Prozessen verbinden.

Vom Pflichtprojekt zum Datenvorteil

Wer Produktdaten heute strukturiert, profitiert nicht erst vom DPP. Einheitliche Merkmale und nachvollziehbare Produktstrukturen verbessern auch Angebotserstellung, Konfiguration, Kalkulation, Produktion und Service. Die regulatorische Anforderung kann damit zum Anlass werden, vorhandenes Produktwissen dauerhaft besser nutzbar zu machen.

O.S.E.-Empfehlung für den Einstieg

Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme: Welche Produktinformationen sind bereits in eEvolution vorhanden? Welche liegen in Excel, Zeichnungen, Dokumenten oder Köpfen einzelner Mitarbeiter? Welche Daten unterscheiden sich je Variante? Daraus lässt sich eine belastbare Datenstrategie entwickeln, bevor produktspezifische DPP-Vorgaben verbindlich werden.